KreisSportEhrentag des Landkreis Grafschaft Bentheim und KreisSportBund Grafschaft Bentheim am 17.11.2017

Von Sophie Oehus

Nordhorn. „Das Tagesgeschäft des Sports braucht weiterhin solche Funktionäre und Sportler“, lautete das Fazit von KSB-Vorstandsmitglied Bodo Werner. Rund drei Stunden wurden beim Kreissportehrentag wichtige Personen rund um den Sport ausgezeichnet. Sei es aufgrund des Gewinns der deutschen Meisterschaft, der Berufung in die Nationalmannschaft oder der langjährigen ehrenamtlichen Arbeit in einem Verein.

„Von nichts kommt auch nichts“, lautete eine der ersten Aussagen des Abends in der Alten Weberei; Heinz Stroeve (Union Emlichheim), Landesmeister im Crosslauf der Altersklasse M 65, sprach dabei aus Erfahrung: Seit seinem 40. Lebensjahr läuft er bis zu 60 km pro Woche, um weiterhin erfolgreich an Meisterschaften teilzunehmen. Doch auch jüngere Läuferinnen wie Josephine Skutta und Finja Buchalla vom LC Nordhorn arbeiten hart für ihren Erfolg. „Man fühlt sich einfach gut, wenn man es geschafft hat“, erzählte Buchalla, U 18-Landesmeisterin über 1500 m. Als Ziel fürs kommende Jahr setzen sich die Beiden neue Bestzeiten.

Neben Bodo Werner führten Gisela Snieders und Mirko Schulz vom KSB sowie Landrat Friedrich Kethorn durch den Abend. Im Gespräch mit Judoka Sarah Vinke musste Kethorn einsehen, dass er gegen die Schülerin keine Chance hätte: „Sie braucht größere Herausforderungen.“

Die Thai-Kickboxer Veith und Thal Barlage vom KSV Nordhorn nahmen an der Weltmeisterschaft teil. Während sich Thal den Titel in der Altersklasse U 18 sicherte, belegte Veith den dritten Platz im Schwergewicht. Gegeneinander kämpfen die Beiden jedoch nie, denn: „Wir sind Brüder, das machen wir nicht“, erklärte Veith. Am Sonnabend stand für die Zwei die Europameisterschaft in Paderborn an und die Brüder holten beide den Titel in ihrer Altersklasse. Yannick Fraatz, Spieler des Handball-Zweitligisten HSG Nordhorn-Lingen, gab hingegen einen Einblick in den Alltag bei der deutschen Junioren-Nationalmannschaft: „In vier Tagen hatten wir zuletzt elf Mal Training, darunter auch Krafteinheiten.“

Die Cricketmannschaft des SV Eintracht Nordhorn nutzte den Abend als Plattform, um ihren Sport vorzustellen. Im Team sind Spieler aus der ganzen Welt, darunter Jamaika, Indien und Pakistan. „Cricket ist so ähnlich wie Baseball und es gibt keine festen Positionen“, erklärten die Spieler, „es kommt vor allem auf Ausdauer und Kraft an.“

Bei den Auszeichnungen der Ehrenamtlichen stand größtenteils das Thema Jugendarbeit im Fokus. Während sich Gundi und Manfred Heck vom SV Vorwärts Nordhorn über die steigenden Mitgliederzahlen freuten, bedauerte Bernd Wegter (HSG Nordhorn) die rückläufige Zahl der Jugendmannschaften in seinem Verein. „Im Einzugsgebiet Blumensiedlung wohnen fast nur ältere Leute, sodass in der Umgebung der Kreissporthalle keine potenziellen Nachwuchsspieler wohnen. Ganz anders sieht es bei Vorwärts aus, da ist ein Neubaugebiet neben dem anderen“, lautete Wegters Erklärung für diese Entwicklung. Während der SV Vorwärts zahlreiche Jugendmannschaften im Mädchenhandball stellt, ist bei der HSG lediglich eine D-Jugend im Spielbetrieb.

Einen Einblick in seine Zeit als Schiedsrichter in der Fußball-Bundesliga gab Ralf Hilmes: „Es gibt positive und negative Seiten dieser Tätigkeit. Spiele, die im Fokus der Öffentlichkeit standen und bei denen ich gelobt wurde, waren auf jeden Fall ein Highlight. Trotzdem liegt auch ein hoher Druck vor allem von den Medien auf einem.“ In der Grafschaft werden hingegen junge engagierte Schiedsrichter gesucht. „Wir brauchen weiterhin Schiris“, lautete sein Appell.

„Mr. Handball“ Gerhard Tharner, wie Kethorn den Multi-Funktionär der SG Neuenhaus-Uelsen nannte, konnte zwar nicht anwesend sein, wurde aber trotzdem für mehr als 40 Jahre ehrenamtliche Arbeit ausgezeichnet. In den nächsten Jahren wolle er jedoch seine Aufgaben Stück für Stück abgeben.

Abgerundet wurde der Abend durch Show-Einlagen der Parkour-Gruppe des TV Nordhorn und der Voltigierer des Reit- und Fahrvereins Nordhorn. Zudem zeigten die geehrten Barbara und Krystian Wrobel ihr Können im Standardtanz.

(Pressebericht aus den Grafschafter Nachrichten vom 21.11.2017)